Mit Trainingslagern war ich immer sparsam. Hatte sich früher in der Jugend einfach fast nie ergeben. 1991 war ich mit der LG Schaumburg auf Norderney, 1999 mit dem TV Wohlen aus der Schweiz im Tirol, erst 2009 dann wie auch im darauffolgenden Jahr mit den Werfern von Phönix Lübeck um Uwe Mundt in Kienbaum. Leider bekam die Lübecker Truppe dieses Mal keinen Platz in Kienbaum, die Athleten ziehen ihr Trainingslager sozusagen zuhause durch. Ich hatte jedoch das ausgesprochene Glück, auch 2011 wieder eine Woche in Kienbaum trainieren zu können. Hier schließt sich ein Kreis. 1999, damals bei Hannover 96, hatte ich zwei Kugelstoßkollegen, Roger Strasser aus der Schweiz und David Hengen aus Luxemburg. Beide hatte es an die Uni Hannover verschlagen. Beide leben mit ihren (deutschen) Frauen jetzt wieder im Heimatland und während ich mit Roger und dessen Heimatverein 1999 ein tolles Trainingslager hatte, konnte ich diesmal David mit einem luxemburgischen Verein begleiten, bei dem er als Trainer arbeitet.
Samstag jeweils An- und Abreise, dazwischen 6 Tage, die ich mit jeweils 2 Trainingseinheiten füllte. Die Fahrt nach Berlin, die bei den Lübeckern immer Tradition ist und die David auf meinen Vorschlag hin auch mit seinen Leuten durchführte, ließ ich aus. Aufgrund fehlender Autos fuhren die Luxemburger schon am Vormittag, was mich nicht eine, sondern sogar 2 Einheiten gekostet hätte. Also lieber „daheim“ geblieben und an der Form gearbeitet.
Hauptaugenmerk legte ich in diesem Trainingslager aufs Kugelstoßen. Ich hatte zwar den gesamten Winter über viele, viele Trainingseinheiten mit dem Stein gemacht, aber halt mit dem Naturstein und meist auch nur aus dem Stand. War das Angleiten zu Beginn erstmal ungewohnt, so machte die runde Eisenkugel mir zu Beginn doch sehr das Leben schwer. Wie viel schöner liegt da doch der Stein in der Hand…
Man kann sich das als Außenstehender vielleicht so vorstellen, als wenn der Schiedsrichter bei einem Fußballspiel beim Anstoß keinen Fußball, sondern einen Tischtennisball auf den Anstoßkreis legt und das Spiel anpfeift. Sonderlich gut anzuschauen wäre solch ein Spiel aller Voraussicht nach nicht… genauso wenig wie mein Kugelstoßen in den ersten Einheiten. icon smile Trainingslager Kienbaum 2011
Ich hätte ja nicht gedacht, dass es mir so schwer fallen würde… aber das Problem war erkannt und in 8 der 12 Trainingseinheiten stieß ich mit der Kugel. Die anderen Disziplinen wie Diskus, Scottish Hammer, Weight for Distance und Weight for Height machte ich je 2-4x, dazu je zweimal Ober- und Unterkörperkraft. So nach und nach ging es mit der Kugel dann auch besser, wir freundeten uns wieder an und am letzten Tag in der Nachmittagseinheit erzielte ich dann auch das erste Mal mit der 7,26kg-Kugel eine Weite, die (deutlich) über meiner Bestleistung mit dem 7,4kg-Stein liegt. Zufrieden konnte ich mich dem abendlichen Grillen am See am letzten Abend widmen.
Samstag dann die Abfahrt, die Luxemburger wurden wieder vom Bus abgeholt und traten die doch etwas längere Reise an, aber auch ich nahm nicht den kürzesten Weg gen Heimat, sondern fuhr von hinter Berlin über Hamburg nach Hause, um das Spiel der Roten in Hamburg anzuschauen. Auch wenn es nicht der (verdient gewesene) Dreier geworden ist, eine rundum schöne Woche.
Kienbaum 2012? Mal schauen! icon smile Trainingslager Kienbaum 2011

Torsten – to-be-strong.de