Unser Laufwunder Kilian muss sich ein bisschen wie ein Glücksbringer vorkommen. In den Jahren 2007-2010 starteten wir bei mehr als einem Dutzend Wettkämpfen, konnten dabei lediglich ein einziges Mal gewinnen. Xanten 2007 war das. Kilian hat jetzt an 2 Wettkämpfen teilgenommen, vor drei Wochen in Kempen und jetzt am Wochenende in Kamen… und prompt fuhr unser Team die Siege 2 und 3 ein.

Nun ja, es ist nicht nur Kilian, obwohl er ein sehr motivierter und guter Athlet ist, der für die derzeitigen Erfolge verantwortlich ist. Wir haben eine tolle Anlage mit immer besser werdenden Trainingsbedingungen/ Geräten, im Gegensatz zu früher können wir inzwischen fast alle Disziplinen trainieren und am Wichtigsten: wir haben etliche gute Athleten, die mit viel Motivation am Start sind.

Die Ausgangslage war dieses Mal nicht so gut wie in Kempen. Einige Athleten konnten nicht starten, trotzdem wollten wir 2 Mannschaften an den Start bringen. Klappte nicht, ein Athlet kam morgens nicht zum Treffpunkt, so dass das zweite Team nicht starten konnte. Ein Athlet rückte als sechster Mann ins erste Team, einer half als sechster Mann bei einem anderen Team aus, einer ging mit dem ersten Team mit und probierte die einzelnen Disziplinen aus. Auch wenn ich nicht selber dafür verantwortlich bin, so tut es mir gerade für die beiden letztgenannten Sportler sehr leid, dass sie nicht mit einem eigenen Team starten konnten.

Das erste Team war eigentlich nicht gerade top in Form. Zwar waren neben Kilian mit Daniel Stolper, Peter Sjoerds und Patrick Granzow drei unserer Topathleten am Start, die in Kempen im siegreichen Team waren, aber alle drei waren nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte. Daniel nahm am Vortag an einem Fußballturnier teil, Patrick und Peter waren als Einzelstarter in Kamen im Einsatz (LINK). Zusätzlich im Team waren unser US-Boy Nathan Susnik und Andreas Neuber, beide in Kempen im zweiten Team.

Was dann kam, war einfach nur super. Zu Beginn absolvierten die Jungs etliche Wurfdisziplinen. Die Ergebnisse waren gut. Zwar war die Mannschaft in dieser Zusammensetzung nicht so wurfstark wie in Kempen, aber die Jungs gaben alles und kämpften um jeden Punkt. Besonders erfreulich finde ich es immer, wenn Hinweise umgesetzt werden und man sich dadurch steigert.
Auch das Hufeisenwerfen lief wieder super, vier der 5 Athleten schafften die Maximalpunktzahl. Überrascht war ich beim Stone of Manhood. Klar, den 80kg-Stein schafften alle fünf. Aber den 110kg-Stein? Ich dachte hier würden wir echt Punkte verlieren. Doch dann kam alles anders. Peter schrie den Stein in die Höhe, legte ihn ab und hielt Ausschau nach einem schwereren Stein. War aber keiner da. icon smile Team to be strong gewinnt auch in Kamen den Mannschaftswettkampf Sowohl Daniel, Patrick, Kilian und Nathan schafften es, den Stein zu heben, nur das Ablegen schaffte leider nicht jeder. Hätte ich aber Geld setzen müssen wer es schafft… ich hätte es nicht auf Kilian gesetzt. Der ehemalige gute 1500m-Läufer trainiert jetzt zwar bereits seit längerer Zeit bei mir im Studio, aber dass er den 110kg-Stein auf einem so hohen Podest ablegt, das hätte ich ihm nicht zugetraut. Ich lasse mich aber verdammt gerne auf so positive Art und Weise von meinen Athleten überraschen.
Als Tüftler zeichnete sich Nathan aus. Der ehemalige Stabhochspringer mit einer Bestleistung von nahe 5 Metern geht nicht nur äußerst motiviert an seinen neuen Sport heran, er probiert auch viel aus. Youtube sieht er als Schulungsmöglichkeit, wenn andere sich in der Pause nach der Hälfte der Disziplinen ausruhen, geht er an die noch folgenden Stationen und probiert schon mal aus, wie es am besten geht.
Unsere 3 “müden Athleten” haben ebenfalls jeder für sich ein extra Lob verdient. Was die aus ihren müden Beinen rausholten, das war grandios. Über alle Disziplinen gesehen waren wir wiederum das laufstärkste Team und holten hier die paar Punkte, die bei den Würfen eventuell fehlten, wieder heraus.
Zur Überraschung aller kamen wir mit unserem körperlich sehr leichten Team ins Tauziehfinale, wo wir dann von den Kraftburschen von den Dragon Fighters geschlagen wurde.
Die Dragon Figherts waren es dann auch, die uns in der Gesamtrechnung am nahesten kommen sollten, 20 Punkte war der Abstand. Ein toller Erfolg für unsere Jungs, in die sich auch der kurzfristig aufgerückte Andreas Neuber mehr als gut mit einbrachte… wobei ich auch bei ihm ehrlich gesagt nicht dran gezweifelt hatte.

Schön übrigens auch, wenn ein nicht einsatzfähiger Athlet wie unser Kunne samt Hund und Freundin nachkommt und seine Mannschaftskollegen anfeuert! Danke auch dafür!

Und um das Glück des Wochenendes zu vervollständigen, wurden Patrick und ich auf der Heimfahrt von einem platzenden LKW-Reifen getroffen. Das hätte auch ganz anders ausgehen können!

Torsten
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