Nachdem er vergangenes Wochenende den Spitzenplatz der deutschen Speerwurfelite eingenommen hat (hier der Bericht), geht Stephan Steding von Hannover 96 am Samstag als Favorit auf eines der drei Olympiatickets bei den Deutschen Leichtathletikmeisterschaften ins Rennen. Stephan war so freundlich, sich zwei Tage vor dem entscheidenden Wettkampf die Zeit zu nehmen, meine Fragen zu beantworten…

ET:
Gratulation zur neuen persönlichen Bestleistung und zur zweiten Erfüllung der Olympianorm! Mit welcher Einstellung gehst du jetzt in den Titelkampf am Wochenende, siehst du dich als Jäger oder Gejagter?

Stephan Steding:
Ich habe das Glück der einzige zu sein, der die Norm schon zweimal erfüllt hat. Deshalb gehe ich wahrscheinlich etwas entspannter in den Wettkampf als die anderen. Außerdem habe ich den Deutschen Titel schon einmal gewonnen, sodass auch dieser Druck nicht allzu hoch ist. Mein Ziel ist es in diesem Jahr zu den Olympischen Spielen zu fahren, und dafür stehen die Chancen recht gut. Ich werde also versuchen einen guten Wettkampf zu machen, mindestens einen Podiumspatz zu sichern…. aber nach Möglichkeit natürlich den Titel zu verteidigen.

ET: Nach der frühen ersten Normerfüllung folgten – auch verletzungsbedingt – schwächere Ergebnisse. Kam die neue Bestleistung überraschend für dich oder wusstest du, dass du diese Leistung „im Arm“ hast?

Stephan Steding: Bis zum April lief die Vorbereitung nahezu optimal. Zu diesem Zeitpunkt war ich mir relativ sicher eine solche Leistung abrufen zu können. Leider kamen durch kleine Verletzungen einige Schwierigkeiten in den Weg, die mich aus dem Rhythmus gebracht haben. Glücklicherweise konnte ich mich rechtzeitig wieder fangen, da ich inzwischen natürlich schon meine Bedenken bekommen hatte.

ET: War der Wurf ziemlich optimal oder siehst du für diese Saison noch Verbesserungspotential?

Stephan Steding: Der Wurf war natürlich schon ein sehr guter. Allerdings hoffe ich, dass ich von nun an verletzungsfrei bleibe und diese Leistung evtl. noch steigern kann. Es wird zwar schwierig werden, aber es ist keineswegs unmöglich, also werde ich mein Bestes geben.

ET: Wenn du wählen könntest, was wäre dir wichtiger: die Quali für Peking oder am Ende der Saison ein sehr weiter Wurf, der dich in den Bestenlisten weit, weit nach vorne bringt? (ich denke ich weiß was du antwortest, die Antwort kann aber trotzdem ganz interessant sein.)

Stephan Steding: Die Frage bzw. die Antwort darauf ist eigentlich eindeutig. Natürlich ist es ein Traum (wahrscheinlich jedes Sportlers) einmal bei den Olympischen Spielen starten zu dürfen, und so geht es auch mir. Für eine Weite jenseits der 90Meter würde ich allerdings mit mir reden lassen.

ET
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