Schon im Vorfeld war klar, dass die Deutschen Meisterschaften der Leichtathleten in Erfurt einen ihrer Spannungshöhepunkte im Kugelstoßen der Männer finden könnten. Auf der einen Seite der amtierende Europameister und Seriensieger bei Deutschen Meisterschaften der vergangenen Jahre – Ralf Bartels – auf der anderen Seite der Deutsche Jahresbeste dieses Jahres, welcher sich 2007 auf 21,00m verbessern und auch meistens im nationalen Duell die Oberhand behalten konnte – Peter Sack.

Während Peter Sack mit 20,07m im ersten Versuch gleich in Führung ging und diese im zweiten Durchgang ausbaute (20,37m), hatte Ralf Bartels starke Probleme, in den Wettkampf zu kommen: 19,37m – 19,36m – ungültig. Im vierten Versuch zog dann sogar der in diesem Jahr stark verbesserte Marco Schmidt mit 19,41m an Bartels vorbei, welcher dann aber endlich besser in Fahrt kam und im vierten Versuch mit 19,94m die 20m-Linie ankratzte. Keine weitere Verbesserung im 5. Durchgang, ein ungültiger Versuch bei Bartels, während Sack seine Führung mit einem Stoß auf 20,28m untermauerte.

Aber so schön für einen Stoßer eine gute Serie auch sein mag, letztendlich zählt das in der Endabrechnung alles nicht, ein einziger starker Versuch reicht, um alles Vorangegangene auf den Kopf zu stellen… und wenn ein Athlet für seine Nervenstärke und die Fähigkeit, im sechsten Versuch alles zu mobilisieren bekannt ist, dann ist dies Ralf Bartels. So war er letztes Jahr auch überraschend Europameister geworden.
Es kam wie es kommen musste: Bartels legte alle Energie in diesen letzten Stoß und die Kugel landete bei 20,38m – die Winzigkeit von 1cm weiter vom Stoßbalken entfernt als der beste Stoß von Peter Sack. Ein Vorsprung von lediglich 0,05%!

Bei Meisterschaften der Leichtathletik ist es in Sprung- und Wurfdisziplinen seit einigen Jahren üblich, nach dem Vorkampf die Reihenfolge der Athleten neu festzulegen. Der Achtplatzierte nach dem Vorkampf beginnt mit den folgenden Versuchen jeweils, es folgt der Siebte usw., so dass der Beste nach dem Vorkampf die Möglichkeit hat, immer noch einmal zu kontern.
So trat auf Peter Sack direkt nach dem Führungswechsel in den Ring und mobilisierte seinerseits noch einmal alle Kräfte. Hop oder top heißt das oftmals, in vielen Fällen misslingen solche Konterversuche und die Würfe/ Stöße verunglücken komplett… nicht so aber bei Peter Sack. Er konnte auf seine stabile Serie aufbauen und steigerte sich ein weiteres Mal. Seine Kugel flog weit, er konnte sich im Ring halten – oftmals ein Problem, gerade bei Drehstoßern – und am Einschlag konnte man sehen: dieser Stoß war deutlich weiter als der gerade vorangegangene von Bartels. Peter Sack gewann verdient mit guten 20,68m vor Ralf Bartels mit 20,38m und Marco Schmidt mit 19,41m. Auch der Vierplatzierte Sven-Eric Hahn übertraf mit 19,16 auch noch die 19m-Marke.

Ein Wettkampf, wie man sich ihn kaum spannender ausdenken könnte!

Kleines Schmankerl am Rande: bei der TV-Übertragung der ARD konnte man sehen, wie der hier auch fleißig mitlesende und manchmal auch kommentierende Bruder des Siegers – René Sack – seinem Bruder gratulierte. Das musste der Kommentator natürlich kommentieren und sein Fachwissen kundtun… er hätte es lieber bleiben lassen sollen. René Sack hat nämlich nicht die Saison , sondern seine Karriere bereits vor geraumer Zeit beendet. Des Weiteren wird die Seite der beiden (wird hier bei Gelegenheit noch ausführlicher vorgestellt) nicht in Kürze online sein, sondern ist dies schon mehrere Jahre. Hätte die Person besser recherchiert, wäre sie stattdessen auf den Kommentar von René zu Highlander-Tim’s Trainingsplan gestoßen mit der Aussage, dass René nächstes Jahr evt. mit uns bei Highlandgames teilnehmen möchte, hehe.

ET
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