Am gestrigen Dienstag fand in Osaka bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften das Diskuswerfen der Männer statt. Nachdem der fünffache Weltmeister Lars Riedel bereits frühzeitig seinen verzicht auf die Saison 2007 erklärte und der zweifache WM-Dritte Michael Möllenbeck vor der Qualifikation verletzt passen musste, sprang der Jüngste der deutsche Topwerfer in die Bresche. Der mit 22 Jahren für einen Diskuswerfer noch sehr junge Robert Harting war als siebtbester der Weltjahresbestenliste nach Osaka gereist, im Gegensatz zu einigen seiner Konkurrenten wusste er jedoch seine Vorleistung von 66,93m zu bestätigen.
Nach vier Durchgängen lag der U23-Europameister des vergangenen Jahres bereits auf dem Bronzerang, bevor er in Durchgang 5 66,68m erzielte und den Niederländer Rutger Smith auf eben diesen verwies. Typisch Harting seine Erklärung, dass er den Holländer nicht mag und ihn deshalb unbedingt noch übertreffen musste.

Den Wettkampf gewann der Weltjahresbeste, Gerd Kanter aus Estland, überlegen mit 68,94m. Es kam dabei jedoch nicht wie erwartet zu einem Zweikampf mit dem vorher in 37 aufeinanderfolgenden Wettkämpfen seit August 2005 ungeschlagenen Virgilius Alekna aus Litauen, welcher verletzungsgehandicapt nur auf Rang 4 landete mit 65,24m. Vorher hatte Kanter in 45 Aufeinandertreffen lediglich ein einziges Mal gegen Alekna gewinnen können.

Für Rutger Smith war die Bronzemedaille der größte Erfolg im Diskuswerfen. Seine starke Disziplin ist eigentlich das Kugelstoßen, vor 2 Jahren wurde er Vizeweltmeister, dieses Jahr landete er auf dem unglücklichen vierten Platz. Smith ist der erste Leichtathlet, der sowohl im Kugelstoßen als auch im Diskuswerfen eine WM-Medaille gewinnen konnte. In früheren Jahren war es das Ziel des dreifachen Weltmeisters im Kugelstoßen, John Godina aus den USA, den Titel in beiden Disziplinen zu gewinnen, er ging im Diskuswerfen jedoch jeweils leer aus.

ET
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