René Sack, bis vor kurzem noch einer der besten deutschen Kugelstoßer, Bruder des deutschen Jahresbesten von 2007 Peter Sack und fleißiger Leser hier im Blog, hat einen kleinen Bericht vom tollen Indoor-Meeting der Kugelstoßer in Nordhausen geschrieben und an diesem Tag (vergangenen Freitag) auch ein paar schöne Bilder geknippst:

Ich bin selber einige Male beim energie – indoor in Nordhausen gestartet. Die letzten 3 Jahre war ich dann leider nur noch als Zuschauer da. Das Meeting hat sehr gute Zutaten. Als erstes findet das Ganze in einer normalen Sporthalle statt – und meist sind mehr als 1.500 Zuschauer anwesend. Eine Riesenstimmung ist somit schon einmal gegeben. Zudem kommen als Zuschauer immer sehr viele ehemalige deutsche Weltklasse-Stoßer hin, wie Udo Beyer, Ulf Timmermann, Hartmuth Briesenick und viele mehr. Das gibt immer interessante Gespräche und das eine oder andere Mal auch schon Hotelbars, denen die Getränke ausgingen…
Der Veranstalter hat auch immer wieder ein glückliches Händchen in der Auswahl der ausländischen Stoßer, die zu diesem Meeting kommen. Manuel Martinez, Joachim Olsen, oder im letzten Jahr mit einer Riesenshow, Reese Hoffa.
Dieses Jahr sind zu den Deutschen zusätzlich Tomasz Majewski (POL) und Christian Cantwell (USA) eingeladen worden, welche beide zur absoluten Weltspitze gehören.
Zum Wettkampf. Im Vorfeld der beiden Hauptwettkämpfe findet immer ein Nachwuchs-Wettkampf statt, an dem jeweils vier Mädchen und vier Jungen teilnehmen können. David Storl, U18 – Weltmeister 2007 und für mich eines der größten Talente im Nachwuchs – gewann erwartungsgemäß. Die bis dahin schon anwesenden Zuschauer feuerten die Jugendlichen an und die genossen das sichtlich.
Beim Frauenwettkampf gab es eine dicke Überraschung: Nadine Kleinert verlor mit einem Zentimeter Unterschied gegen Helena Engmann aus Schweden, die mit 18,13m neuen schwedischen Landesrekord stieß. Leider war Petra Lammert nicht am Start. Denise Hinrichs aus Wattenscheid übertraf nach langer Verletzungspause auch gleich im ersten Wettkampf die Norm für die Hallen-WM. Die Stimmung war den gesamten Frauenwettkampf über schon sehr gut, aber bei den Männern ging es dann richtig ab. Zum einen waren die Sprecher sehr gut und zum Anderen ist jeder einzelne der angetretenen Männer ein Typ, der auffällt und das Publikum fordert.
Cantwell machte gleich von Anfang an klar, wer der Chef im Ring ist und legte eine Serie von insgesamt 5 21m-Stößen und einem neuen Meetingrekord hin. Peter kam anfänglich ein wenig schwer in den Wettkampf steigerte sich dann aber mehrfach von 19,73m bis auf 20,41m. Er belegte damit den zweiten Platz und übertraf locker die Hallen – WM – Norm von 20,05m. Majewski wurde mit 20,01m Dritter. Die Stimmung und die Ergebnisse waren wieder absolut top. Die beiden Ausländer, die das Meeting noch nicht kannten, habens aber voll genossen und zumindest Cantwell hats auch genutzt.
Das Zuschauen bei solchen Wettkämpfen macht immer einen tierischen Spass, vor allem, weil ich alle Starter gut kenne, aber auch, weil man immer etwas geboten bekommt: gute Leistungen, Super-Stimmung und jede Menge verhaltensauffälliger Menschen, wo ich mich als Trainer aber auch nicht ausschließe.
Noch was nebenbei: das energie-indoor war im letzten Jahr von der IAAF zum besten Spezial – Indoor – Meeting ernannt worden.
wer von euch die Chance hat, sich so etwas mal anzusehen, sollte es auf jeden Fall machen – das lohnt sich immer!

Link zu Fotos der Veranstaltung

Vielen Dank für deinen Bericht, René!

ET
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