Am Wochenende war ich zum neunten Mal (nach 1993 bis 1999 und 2002) bei den Öresundspielen im schwedischen Helsingborg. Wie ich vorher geschrieben habe, waren die Öresundspiele immer mein Lieblingswettkampf, bei dem ich auch immer gute Leistungen erzielte, welche teils noch heute als wahrscheinlich ewige Bestleistungen von mir stehen (Weitsprung und Speerwurf).

Dieses Mal fand ich die Veranstaltung allerdings ziemlich enttäuschend. Für das miese Wetter kann keiner was, auch wenn es natürlich nicht der Sinn und Zweck einer solchen Fahrt ist, drinnen zu sitzen und Gesellschaftsspiele zu spielen… auch wenn das sonst eines meiner größten Hobbies ist.

Die Unterbringung fand diesmal nicht wie bei früheren Fahrten in Klassenräumen, sondern in Turnhallen statt. Von der Atmosphäre her schon ein gewaltiger Nachteil, wenn sich verschiedene Vereine einen Hallenteil teilen müssen.

Nachgelassen hat aber auch das Niveau der Veranstaltung. Viel weniger Teilnehmer als früher (waren in meinen ersten jahren dort etwa 2500 Teilnehmer mit über 4000 Einzelstarts). Zwar klingt es viel, wenn in einzelnen Disziplinen bei den Jüngsten 40 oder 50 Teilnehmer an den Start gehen… aber früher waren es halt teilweise über 100.
Nicht zu vergleichen die Starterfelder in den Männer- und Frauenwettbewerben. Es gab die eine oder andere ansehnliche Leistung, trotzdem war das aber ein Abklatsch früherer Jahre. So wurde ich beispielsweise im Jahr 1997 17. von 19 im Speerwurf mit meiner noch heute gültigen Bestleistung von 49,32m. Dieses Jahr hätte diese Weite zum Sieg gereicht.

Höhepunkte der Veranstaltung bei den Erwachsenen waren der Auftritt des schwedischen Klassesprinters Johan Wisman, der allerdings nach absolviertem Vorlauf über 100m zum Finale nicht mehr antrat, sowie traditionell der Diskuswurf. Aufgrund der nahen See und den starken Winden ist die Anlage in Helsingborg als eine der besten “Segelwiesen” der Welt bekannt, auf der schon viele Weltklasseweiten, teilweise auch Landesrekorde und Weltjahresbestleistungen erzielt wurden. Erst letztes Jahr warf Gerd Kanter aus Estland 73,38m, die drittbeste jemals erzielte Weite, nur 70cm weniger als Jürgen Schults Weltrekord.
Ich hatte gehofft, dass wie bei meinem letzten Start 2002 auch dieses Jahr Kanter wieder am Start sei, dem war aber leider nicht so.
Den Wettkampf gewann der Österreicher Gerhard Mayer mit guten – aber unglücklichen – 59,99m. Selber erzielte ich 40,64m und verpasste das Finale der besten acht leider um einen Platz. Im Kugelstoßen wurde ich mit 13,73m Sechster, ein bisschen mehr hatte ich mir trotz fehlendem Kugelstoßtraining die letzten Wochen eigentlich schon vorgestellt.

Wettkämpfe sind in der näheren Zukunft erst einmal nicht geplant, nachdem die Leistungen zuletzt doch eher rückläufig waren.

ET
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