to-be-strong.de: Patrick, stell dich doch unseren Lesern bitte kurz vor!

Patrick Schulz: Hallo erstmal! Also ich bin 26 jahre alt, betreibe seit fast 10 Jahren Wrestling und habe seit 6 Jahren meine Profilizenz. Dem Bodybuilding bin ich ernsthaft seit 8 Jahren verfallen, und ich meine nicht irgendeinen Fitnesskram, sondern gutes altes Bodybuilding. Dazu kommen noch ein paar Jahre im Muay-Thai und Vale Tudo. Was das “normale” Leben angeht, da arbeite ich nach meinem BWL-Studium bei einem Radiosender im Bereich Sales & Marketing.

to-be-strong.de: Wie bist du zum Wrestling gekommen?

Patrick Schulz: Wrestling hat mich schon als Kind und Jugendlicher sehr fasziniert. Ich habe mich dann mit 16 Jahren bei den Hart Brothers in Kanada (der Familie von Bret Hart) beworben und wurde in das Trainingscamp aufgenommen. In Kanada war noch ein zweiter Deutscher, Eric Schwarz, der aus der gleichen Stadt kam wie ich. Das musste ja Karma sein, am anderen Ende der Welt zufällig noch einen Mainzer zu treffen. Nach dem Camp haben wir uns zusammengeschlossen und er hat mich hier in Deutschland weiter trainiert. Danach bin ich bestimmt 1 Jahr lang in vielen Ringen nur verprügelt worden – das gehört dazu – man muss sich seine Sporen hart verdienen. Doch danach wird man erst akzeptiert und es ging langsam bergauf.

to-be-strong.de: Wie lange warst du in Kanada?

Patrick Schulz: Ich war insgesamt 6 Wochen in Kanada. Dort wurde jeden Tag 6-8 Stunden trainiert, 6 Tage in der Woche. Ab der 4. Woche hatte ich meine ersten Kämpfe bei Shows.

to-be-strong.de: Wer ist dein Vorbild als Wrestler oder allgemein als Sportler?

Patrick Schulz: Als Sportler und Mensch Arnold natürlich und Muhammad Ali. Das sind zwei Menschen von denen ich sagen kann, Sie sind Vorbilder für mich, weil sie Dinge erreicht haben, die man Ihnen niemals zugetraut hätte.

Was das Wrestling betrifft, so habe ich keine Vorbilder, weil wir alle Kollegen sind und man sich als Profi untereinander auf Augenhöhe unterhält. Ich habe schon viele meiner alten Stars getroffen, Hulk Hogan, Roddy Piper, den Undertaker, Kevin Nash, eigentlich alle die es so gibt. Wenn man sich dann mit denen unterhält redet man wie unter Kollegen, da jeder von uns weiß, dass wir alle gleichermaßen unsere Gesundheit aufs Spiel setzen jeden Abend, egal ob vor 200 oder 20.000 Zuschauern. Deswegen habe ich höchsten Respekt vor jedem Ringer, egal wie seine Leistung im Ring tatsächlich aussieht, aber ich würde niemanden als mein Vorbild bezeichnen.

to-be-strong.de: Du hast dich bereits einmal schwer verletzt bei einem Kampf. Hast du da ans Aufhören gedacht?

Patrick Schulz: Ja ich hab mir übel das Sprunggelenk gebrochen und alles Bänder im linken Fuß abgerissen. Und das in Paris. Es fand dann nur eine Notversorgung im nächsten Krankenhaus statt, weil ich wieder nach Deutschland wollte. icon wink Profiwrestler Patrick Schulz im Interview Hab wenig von dem französisch der Ärzte verstanden… Also Bein geschient, Schmerzmittel rein und ab auf die Rückbank unseres Privat-PKWs. Während den 8h Autofahrt nachts nach Hause mit gebrochenem Bein hatte ich viel Zeit zum Überlegen und da kam kurz der Gedanke ans Aufhören. Aber selbst in der Situation hatte ich das bereits nur für den Fall ins Auge gefasst, wenn ich bleibende Schäden gehabt hätte. Glücklicherweise lief sowohl die OP als auch der Heilungsprozess gut, sodass ich gleich nach der OP wußte, dass ich wieder im Ring stehen würde.

to-be-strong.de: Wie ist die Kameradschaft unter den Wrestlern in Deutschland?

Patrick Schulz: Unter den Wrestlern ist die Kameradschaft mehr als gut muss man sagen. Klar gibt es auch Ausnahmen, mit manchen Leuten kommt einfach persönlich nicht gut klar. Wir sind im Grunde alles Einzelkämpfer und haben durch das Rampenlicht alle auch ein entsprechendes Ego. Aber wenn wir on tour sind kann man keine bessere Party haben als mit ein paar Wrestlern abends im Club zu sein.

to-be-strong.de: Hast du als Wrestler bestimmte Ziele, die du unbedingt noch erreichen möchtest?

Patrick Schulz: Unbedingt erreichen ist so eine Sache… ich möchte sie erreichen, aber nicht um jeden Preis. Ich würde gerne 1 Jahr lang für die WWE in den USA arbeiten, nur zum Spaß um es einmal gemacht zu haben. Wir stehen auch schon in Kontakt aber es ist alles eine Frage der Politik. Das Zeug dazu habe ich, das weiß ich. Jetzt kommt es nur auf VitaminB an. Das wär mein einziges Ziel, alles andere -jedenfalls Europaweit- habe ich quasi schon erreicht einmal.

to-be-strong.de: Wie lange gehen Wrestling-Karrieren im Durchschnitt und wie lange planst du nach dem derzeitigen Stand der Dinge noch in den Ring zu steigen?

Patrick Schulz: Da kann man wirklich keinen Durchschnitt angeben, das ist ganz alleine von der schwere der Verletzungen abhängig. Guck Dir den Hulkster an, der ist in seinen late 50s aber immer noch top fit. Dagegen hatte ich in Deutschland mal einen Kollegen der hat sich mit 22 im Ring das Genick gebrochen.. insofern, ich werde so lange in den Ring steigen wie es meine Gesundheit erlaubt und so lange wie die Leute mich sehen möchten.

to-be-strong.de: Wir drücken dir die Daumen, dass du deinem Sport noch lange wirst nachgehen können. Dass die Zuschauer dich nach wie vor sehen wollen, davon ist ganz einfach auszugehen!

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