Vorstellung des to-be-strong-Bodybuilders Peter Baers, vielen besser bekannt als “meisterproper”.

Peter, stell dich doch bitte kurz unseren Lesern vor!

Ich wurde am 15.10.1977 in Kleve am Niederrhein geboren und bin somit seit Kurzem 30 Jahre alt. Derzeit wiege ich 105kg verteilt auf eine Körpergröße von 1,83m. Aufgewachsen bin ich in Emmerich am Rhein, bin 1996 nach Krefeld gezogen um dort meine Ausbildung zum Dreher zu machen und Maschinenbau zu studieren. Seit gut 5 Jahren lebe ich im Ruhrgebiet. Zunächst habe ich in Bochum gewohnt, habe dann geheiratet und bin vor einem Jahr nach Witten gezogen. Seit gut 10 Monaten bin ich stolzer Vater einer Tochter. Neben dem Bodybuilding zähle ich vor allem das Motorradfahren und unseren Hund zu meinen Hobbies. Zudem treibe ich mich recht gerne und häufig in diversen Internetforen herum, die sich mit dem Bodybuilding befassen. icon wink Peter Baers/ meisterproper im Portrait

Wann hast du mit dem Bodybuilding begonnen?

Wirklich ernsthaft habe ich mit dem Bodybuilding im September 1999 begonnen, das eher spielerische Kurzhantel-Bizepstraining zuhause mal ausgenommen. Muskulöse Körper haben mich schon immer fasziniert, bis Ende 1998 habe ich jedoch vor allem Badminton gespielt. Da blieb nicht viel Zeit und Möglichkeit für andere sportliche Aktivitäten. In den folgenden Monaten hatte ich durch mein Studium bedingt kaum Zeit für Sport und habe zudem zuviel von den falschen Sachen gegessen – eine Gewichtszunahme von knapp 10kg purem Fett war die Folge. Als ich im September 1999 mein Praxissemester in Australien angefangen habe, war ich zum Einen mit meinem Äußeren gar nicht mehr zufrieden und war zum Anderen auch recht geschockt über die mangelhafte Fitness, die ein Jahr ohne nennenswert Sport mit sich gebracht hatte. Um wieder eine ansehnliches Äußeres zu erreichen und wieder fitter zu werden, habe ich daraufhin mit dem Training begonnen.

Hattest du von Beginn an gute Erfolge?

Mein Körper veränderte sich innerhalb der ersten Monate massiv. Ich konnte gleichzeitig Fett abbauen und nicht unerheblich Muskeln aufbauen. So wuchs z.B. mein Armumfang in den ersten drei Monaten um knapp 4cm. Als ich nach einem halben Jahr in Australien wieder nach Hause kam, trauten viele meiner Freunde und Bekannte ihren Augen nicht und ich selber war auch recht erstaunt von dem Tempo mit dem es voran ging.

Wie hast du zu Beginn deiner Laufbahn trainiert?

Nach dem klassischen „Ohne Sinn und Verstand“- Training. Ich habe (bis auf wenige Ausnahmen) täglich trainiert, war jeden Abend ca. 2 Stunden im Studio und habe wild und recht planlos alles durcheinander gemacht. Ich war der Meinung, ich müsste für jede Muskelgruppe auch so ziemlich jede Übung machen die es gibt und habe gleich zu Beginn wie ein Irrer mit der mir maximal möglichen Intensität trainiert. Mein Glück war, dass der Körper am Anfang auf jede Form des Trainings reagiert. Mit den Fortschritten war es dann aber nach einem knappen Jahr vorbei.

Würdest du es heute noch einmal genauso angehen? Wenn nein, was würdest du anders machen?

Mit dem Wissen und der Erfahrung, die ich heute besitze, würde ich wesentlich gezielter und dosierter trainieren. Sicherlich macht es gerade am Anfang Sinn, mehr Sätze zu absolvieren, um die Technik gewissenhaft zu erlernen. Dennoch würde ich heute nicht mehr 30 oder 40 Sätze pro Training machen sondern vielleicht 15 bis 20 bei moderater Intensität. Ich würde auch nicht mehr jeden Tag trainieren gehen, sondern dem Körper auch mal eine Pause gönnen. Zudem würde ich mich heute gleich zu Beginn mit den Grundübungen Kniebeuge, Kreuzheben, Dips und Klimmzüge beschäftigen, damit habe ich viel zu spät begonnen und mich anfangs eher mit Ausweichübungen beschäftigt. Ich hatte das Glück, nach dem ersten knappen Jahr Training mit meinem Kumpel Bernd, der zu diesem Zeitpunkt bereits viele Jahre erfolgreich trainierte und entsprechend wesentlich mehr Erfahrung aufweisen konnte als ich, einen sehr guten Trainingspartner an meiner Seite zu haben. Von ihm habe ich viel gelernt, unter anderem eben auch, dass langfristig vor allem die Trainingsintensität entscheidend ist und man sich mit übertriebenem Volumen eher selber im Wege steht, wenn Muskelaufbau das Ziel ist. Folglich ging es dank der stark veränderten Trainingsgewohnheiten dann auch weiter vorwärts!

Wann hast du erstmals eine Wettkampfteilnahme in Betracht gezogen?

Der Gedanke einer Wettkampfteilnahme gefiel mir bereits nach dem ersten Jahr Training. Vorher hatte ich mich mit dem Bodybuilding als Wettkampfsport nie ernsthaft auseinander gesetzt, je mehr ich mich jedoch damit beschäftigte, desto mehr gefiel mir der Gedanke. Nachdem ich dann im Jahr 2002 zum ersten Mal als Zuschauer bei der NRW-Meisterschaft war, hatten mich der Ehrgeiz und die Begeisterung endgültig gepackt. Anfang 2003 hatte ich eine Form, mit der ich mir eine Teilnahme zugetraut habe und beschloss, auf eine Wettkampfteilnahme Ende des Jahres 2003 hinzuarbeiten. Leider machte mir dann im März 2003 ein mittelschwerer Motorradunfall einen Strich durch die Rechnung. Erst Anfang 2004 war Beintraining überhaupt wieder möglich. Da ich in der Zwischenzeit mit dem Oberkörpertraining natürlich nicht pausiert hatte, dauerte es eine ganze Weile, bis zwischen Ober- und Unterkörper wieder eine zufrieden stellende Symmetrie vorhanden war. Deshalb hat es dann auch erst Ende 2005 mit der ersten Wettkampfteilnahme geklappt! „Halbe Sachen“ mache ich nun mal nicht!

Wie lange dauerte deine erste Wettkampfdiät?

Da ich keine Ahnung hatte, wie viel ich letztlich runterhungern musste um eine bühnenreife Form zu erreichen und ich auch noch nie eine Diät ernsthaft länger als 6 oder 8 Wochen durchgezogen hatte, habe ich 16 Wochen vor Termin angefangen. 14 Wochen hätten auch gereicht, aber so war es schon ganz gut, da es beruhigend ist, wenn man 2 oder 3 Wochen vor dem Wettkampf schon fertig ist. Meine letzte Diät hingegen war mit 12 Wochen zu kurz, das war zum Schluss ein ganz schöner Krampf!

Du wurdest bei deiner ersten Wettkampfteilnahme NRW-Landesmeister und qualifiziertest dich für die Deutschen Meisterschaften. Hattest du im Vorfeld mit diesem Erfolg gerechnet?

Niemals! Für mich war es schon eine Sensation, es überhaupt auf die Bühne zu schaffen. Es gibt schließlich genug Trainierende, die diesen Wunsch haben, aber nicht die nötigen Voraussetzungen mitbringen. Mein Betreuer Karsten Pfützenreuter, der einen sehr großen Anteil an meiner Form und meinem Erfolg hatte, hat mir glücklicherweise keine Flusen oder übertriebene Erwartungshaltungen in den Kopf gesetzt sondern mich eher darauf getrimmt, den Tag des Wettkampfs ganz unabhängig vom letztendlichen Ergebnis zu genießen und ohne jegliche Erwartungen an den Wettkampf heranzugehen. Und das war auch gut so, denn umso mehr hab ich mich letztendlich über das Ergebnis freuen können! Vor der ersten Wettkampfteilnahme weiß man einfach nicht wo man im Vergleich zu anderen steht und kann sich selber nur sehr schlecht einschätzen. Deshalb habe ich bis zur Siegerehrung auch nicht ernsthaft daran geglaubt, dass ich die Bühne als Sieger verlasse!

Leider wurdest du wiederholt von Verletzungen zurückgeworfen…

Das stimmt. Zum einen hatte ich Anfang 2003 den bereits erwähnten Motorradunfall, der meine Wettkampfpläne ganz schön nach hinten geworfen hat. Zwischenzeitlich war zudem nicht abzusehen, ob ich überhaupt jemals die Beine würde wieder trainieren können. Die zweite Wettkampfteilnahme hatte ich für Ende 2006 geplant, aber daraus wurde leider wieder nichts, da ich mich im Juni 2006 dank eines blöden Trainingsunfalls böse am Oberschenkel verletzt hatte. Es waren wieder einige Wochen Krankenhausaufenthalt mit diversen Operationen notwendig und ich konnte wieder einige Monate lang kein Beintraining absolvieren. Im Großen und Ganzen hab ich aber noch Glück gehabt, dass nicht allzu viele Muskelfasern abgestorben sind und ich so gut versorgt wurde, bei etwas ungünstigerem Verlauf könnte der Oberschenkel im schlimmsten Fall jetzt auch ab sein. Man sollte nun mal keine Kurzhanteln auf den Oberschenkel plumpsen lassen! icon wink Peter Baers/ meisterproper im Portrait In der letzten Wettkampfvorbereitung habe ich mir dann noch einen Muskelfaserriss am Bizepsansatz zugezogen. Das ist jetzt aber auch endlich ausgestanden. Was Verletzungen angeht, reicht es mir jetzt erst einmal für die nächsten Jahrzehnte! Wie auch immer, ich habe durch meine langwierigen Verletzungen und die damit verbundenen Rückschläge gelernt, niemals aufzugeben und zu kämpfen auch wenn andere, vor allem Ärzte, dich bereits abschreiben!

Im Frühjahr 2007 standest du aber wieder auf der Bühne, auch das sehr erfolgreich. Jetzt allerdings in der Männerklasse 4…

Es war mein Ziel, um einige Kilogramm Muskelmasse schwerer bei vergleichbarer oder sogar besserer Form auf der Bühne zu stehen – möglichst in der Männerklasse 4. Ich hätte mich zwar auch in die Männerklasse 3 pressen können, aber das wollte ich nicht. Langfristig gehöre ich mit meiner Körpergröße von 1,83m dort einfach nicht hin. Neben anderen Athleten, die bei einer Größe von vielleicht 1,70m auch knapp 90kg wiegen, sehe ich einfach zu dünn aus. Auf regionaler Ebene kann ich da noch bestehen, aber spätestens auf der deutschen Meisterschaft gehen dann die Lichter aus und langfristig bin ich da chancenlos. Somit hatte ich bei einem Wettkampfgewicht von 91kg auch nicht unbedingt mit umwerfenden Ergebnissen gerechnet, sondern wollte vor allem in die für mich neue Klasse „hineinschnuppern“. Dass es auf der NRW-Meisterschaft für die Vizemeisterschaft und auf der Deutschen Meisterschaft zu einem achten Platz im Schwergewicht gereicht hat, werte ich deswegen als einen riesigen Erfolg für mich. Vor allem kann ich erst Recht zufrieden sein wenn man bedenkt, dass ich mich in anderthalb Jahren trotz der schweren Verletzung noch mal um gute drei Kilogramm verbessert habe und auf der deutschen Meisterschaft in meiner bis dato besten Form auf der Bühne gestanden habe. Auch hier geht wieder ein riesiger Dank an meinen Betreuer Karsten! Und natürlich geht auch ein riesiger Dank an meine „Horde“ im Publikum, die mir mit lautstarken Anfeuerungsrufen einen unvergeßlichen Tag beschert hat!

Du hast jetzt zum zweiten Mal Karsten Pfützenreuter erwähnt. Welche Rolle spielt er bezüglich deines Trainings und deiner Entwicklung als Bodybuilder?

Zum Einen hatte Karsten einen sehr großen Anteil an meinem Sieg bei meiner ersten Meisterschaft Ende 2005. Ich kenne neben ihm niemanden, der so motivieren und für eine Sache begeistern kann wie er. Das hilft ungemein, wenn man während der Wettkampfdiät mal einen „Hänger“ hat. Seine Ratschläge in den letzten Wochen der Vorbereitung haben den Unterschied gemacht zwischen einer ganz guten und der sehr guten Form, welche letztlich zum Sieg geführt hat. Zum Anderen hat er mir noch vor meinem ersten Wettkampf das von ihm erdachte PITT-Trainingssystem näher gebracht. Ein kurzer Testsatz an der Bizepsmaschine hat ausgereicht, um mir ein Licht aufgehen zu lassen. Ich habe sofort gespürt, daß da in der Muskulatur ganz was anderes, tiefgreifenderes passiert als es bei dem Training mit durchgehenden Wiederholungen der Fall ist. Seit Anfang 2006 trainiere ich nach dem PITT-System und bin insofern Karsten zu besonderem Dank verpflichtet, da die Verbesserungen, die ich bis zu meiner zweiten Wettkampfsaison 2007 erzielen konnte, zu einem Großteil auf die konsequente und durchgängige Anwendung seines Trainingssystems und seiner Trainingsphilosophie zurückzuführen sind. Ich war zuvor an einem Punkt angekommen, wo Verbesserungen und Fortschritte immer geringer und seltener ausfielen. PITT gab mir nochmals einen gehörigen Schub nach vorne, vor allem an meinen Schwachstellen tat sich endlich mal etwas. Mit durchgehenden Wiederholungen wäre mir eine Zunahme von gut drei Kilogramm Muskelmasse in anderhalb Jahren niemals möglich gewesen, zumindest nicht mehr auf dem fortgeschrittenen Level auf dem ich mich bereits befunden habe. Ein oder maximal zwei Kilogramm wären vielleicht noch drin gewesen. Zudem hat Karsten mir dank seines enormen Wissens geholfen, so manchen Mythos und Irrglauben aus dem Bodybuilding-Bereich als solchen zu enttarnen und viele Dinge, die ich bereits als gegeben und unantastbare Gesetzmäßigkeit hingenommen hatte, mal von einer anderen Seite zu betrachten und in Frage zu stellen. Ich verdanke Karsten sehr viel, er ist für mich eine Art Mentor und, was mich besonders freut, mittlerweile einer meiner besten Freunde!

Wann planst du wieder auf die Bühne zu gehen und welche Ziele hast du dir gesetzt?

Der Einstand in der Männerklasse 4 war erfolgreich und hat mir ne Menge Spaß gemacht, aber das möchte ich natürlich nochmals Toppen. Ob das gelingt ist zum einen von der Konkurrenz abhängig und zum anderen muss ich mich weiter verbessern. Seitens der Kampfrichter bekam ich nach dem letzten Wettkampf einiges an positiver Resonanz. So wurde mir prophezeit, dass ich, sofern noch ein paar Gramm Muskulatur an den richtigen Stellen hinzu kommen, ich mir meine Symmetrie und meine Linie bewahre und eine ähnliche Härte bringen kann, durchaus weiter nach vorne kommen kann. Ich war mit 91kg einfach noch ein wenig zu „leicht“ für das Schwergewicht. Bei einem Gewichtslimit von 100kg ist noch ne Menge Luft nach oben! Also werde ich mir die Zeit nehmen die nötig ist, um ausreichend Muskelmasse aufzubauen und nicht zu schnell wieder auf die Bühne gehen. Ein Jahr Pause ist für gravierende Veränderungen vermutlich etwas zu wenig. Deshalb plane ich meine nächste Teilnahme erst für den Herbst 2008. Mit 105kg bin ich momentan schon ganz gut dabei obwohl ich es das letzte halbe Jahr eher locker hab angehen lassen, nach meinem Jahresurlaub im November und Dezember werde ich pünktlich zu Weihnachten dann so richtig mit der Vorbereitung beginnen. Ich habe mir als Ziel gesetzt, mit ca. 94-95kg bei vergleichbar guter Form auf der NRW-Meisterschaft in die Top 3 zu kommen und mich erneut für die deutsche Meisterschaft zu qualifizieren. Langfristig möchte ich auf der deutschen Meisterschaft einen Finalplatz, d.h. einen Platz unter den besten 5 zu ergattern. Das ist mit Sicherheit ein ehrgeiziges Ziel und ob es bereits 2008 klappt ist noch die Frage, aber ich denke ich bin motiviert genug, um alles dafür zu tun!

Viel Erfolg bei der Verwirklichung deines Zieles! Wir drücken dir die Daumen und hoffen, dich dabei bestmöglich unterstützen zu können!

ET
to-be-strong.de