Wie der regelmäßige Leser bemerkt hat, wird in diesem Blog recht viel über PITT geschrieben. Zum einen liegt das sicher daran, dass mit Sven Knebel und Peter Baers zwei to-be-strong-Aushängeschilder nach dieser Trainingstechnik trainieren, des Weiteren bin ich ganz einfach aber auch der festen Überzeugung, dass PITT ein sehr sinnvolles Training ist, von dem die meisten Bodybuilder profitieren können.

Ich möchte meine Erfahrungen mit PITT niederschreiben, damit andere ihre Schlüsse daraus ziehen können. Vielleicht können mögliche Fehler so auch vermieden werden.
Ich habe das Glück, mit vielen motivierten Athleten unterschiedlichster Leistungsstufen zu tun zu haben und damit natürlich einen größeren Überblick zu haben, als wenn man nur den eigenen Körper beobachtet.

Selbstbeobachtung

Meine ersten eigenen Erfahrungen mit PITT sammelte ich beginnend im Oktober 2006. Sven Knebel brachte mich darauf und warum sollte man es nicht mal ausprobieren. Ich war schon etwas skeptisch, aber Sven hatte sich mit der Materie schon näher beschäftigt und ich wusste seine Meinung schon immer zu schätzen, wohlwissend, dass wir beide beim Training die gleichen Grundsätze verfolgen (kurz, intensiv, selten).
Ich begann mit PITT nach einer mehrwöchigen verletzungsbedingten Trainingspause. Natürlich ist der Leistungsstand zu einem solchen Zeitpunkt nicht übermäßig groß, von daher hatte ich große Erwartungen, denn eigentlich baut man nach einer solchen Pause ja recht schnell wieder auf, fast egal wie man trainiert.
Der Vollständigkeit halber muss man sagen, dass ich mich in der Zeit nach der Metabolen Diät ernährt habe, Kohlenhydrate in größeren Mengen also nur morgens sowie vor und nach dem Training. Das Ziel war also keine Mast, sondern ein gut durchtrainierter Körper. Wenn man dies so betrachtet, dann ist es mir gelungen, dies mit dem PITT-Programm zu erreichen. Die Form verbesserte sich sehr schnell!
Ich habe die ersten Wochen verschiedenes probiert: Ganzkörper, Split, … bin dann aber, beeinflusst auch durch ein Buch Mike Mentzer’s, bei einem Training alle vier Tage gelandet. Kniebeuge, Kreuzheben, Dips, Latzug/ Klimmzüge im engen Untergriff, Seitheben, Bauch, Waden… aufgeteilt auf 2 Tage. Habe immer mal variiert, aber die Basis sah etwa so aus:

Tag 1 : Kniebeuge – Latzug enger Untergriff – Seitheben
Tag 2 : Dips – Kreuzheben – Wadenheben

Evt noch Bauch oder auch mal Beinbeugen dazu, aber eigentlich nie mehr als 3 oder maximal 4 Übungen pro Einheit.
Zwischen den Einheiten meist etwa 3 Tage Pause. Trainingshäufigkeit also im Schnitt geringer als 2x die Woche!

Als ich mit PITT aufgehört habe war ich zu dem Zeitpunkt nicht sehr zufrieden. Ich hatte nicht gigantisch an Muskelmasse zugelegt und auch kraftmäßig (Ausnahme Kreuzheben) ging es jetzt nicht so voran, wie ich es nach der Trainingspause erwartet hatte.

Im Nachhinein betrachtet könnte dies verschiedene Gründe gehabt haben:

# evt. zu wenig und zu seltenes Training
# im Gegensatz zu vielen anderen, die von sehr hochvolumigen Plänen zu PITT wechselten und dann große Erfolge feierten, ähnelte mein Training auch schon vorher den meisten PITT-Grundsätzen, außer dass ich auf bewusste Pausen zwischen den Wiederholungen verzichtete.
# u.U. war die Wiederholungszahl zu groß. Ich bin es ja sonst eher gewohnt, bei den meisten Übungen im Bereich von 1-6 zu trainieren.
# von einer kalorienbegrenzten Ernährung darf man bezüglich Masse sicher auch keine Massesprünge erhoffen.

Insgesamt war ich nach dieser Trainingsperiode der Ansicht, dass PITT durchaus sinnvoll ist, auf der anderen Seite aber natürlich auch kein Wundermittel. Ein solches gibt es beim Krafttraining/ Bodybuilding leider auch nicht.
In der Folge habe ich dem einen oder anderen Bekannten einen PITT-Plan erstellt und mich auch weiter in die Materie eingelesen. Mit einer neuen Anstellung als Trainer bekam ich die Chance, dieses Training auch anderen näher zu bringen und wagte auch einen zweiten, modifizierten Anlauf. Dazu dann mehr in den Teilen 2 und 3…

ET
to-be-strong.de