Lars Riedel – der Diskuswerfer der 90er-Jahre – beendet nun auch offiziell seine einmalige Karriere.
1991 rückte der für einen Diskuswerfer noch sehr junge und vergleichsweise unbekannte Diskuswerfer Lars Riedel erstmals in den Mittelpunkt des Interesses, er gewann recht überraschend bei den Weltmeisterschaften in Tokio die Goldmedaille im Diskuswurf. 17 Jahre später bleibt dem inzwischen 41 Jahre alten Riedel versagt, seine internationale Karriere ebenfalls in Asien – bei den Olympischen Spielen in Peking – zu beenden. Zu groß sind Riedels Rückenprobleme, seit seinem achten Platz bei den Europameisterschaften 2006 bestritt der Ausnahmewerfer keinen Wettkampf mehr und zog nun auch offiziell einen Schlussstrich, indem er seinen Rücktritt vom Wettkampfsport verkündete.
Was dazwischen lag war einzigartig. Riedel verteidigte seinen WM-Titel in den Jahren 1993, 1995 und 1997 und nach einer Bronzemedaille 1999 gewann er 2001 zum fünften Mal bei Weltmeisterschaften. 1996 wurde Riedel Olympiasieger, 4 Jahre später gewann er die olympische Silbermedaille. Im Jahre 1998 wurde der die meiste Zeit seiner Karriere für Chemnitz startende Athlet Europameister und gewann zwischen 1992 und 2006 elf deutsche Meistertitel.
Auch wenn zuletzt kaum noch jemand mit einer Rückkehr Lars Riedels in den Diskusring gerechnet hatte, so wartete dieser doch sehr lange, um seinen Abschied zu erklären. Es ist aus Marketingsicht auch geschickt, die Autobiographie („Meine Welt ist eine Scheibe“) gleich zusammen mit dem Abschied vorzustellen, aber das sei einem Athleten, der für seine Disziplin steht wie kaum ein anderer und weit über die Grenzen der Leichtathletik hinaus bekannt ist, auch gegönnt.

ET
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