Sowohl für die deutschen Kugelstoßerinnen Petra Lammert und Nadine Kleinert als auch für Diskuswerfer Robert Harting war die jeweilige Qualifikation heute Nacht (Ortszeit Vormittag) schnell wieder beendet, alle übertrafen im ersten Versuch die geforderte Qualifikationsnorm.

Überraschend dabei vor allem die Art und Weise Robert Hartings, der die geforderten 64,50m deutlich übertraf und 66,26m erzielte. Hartings Bestleistung liegt bei 66,93m.

Etwas mehr Probleme hatten da die Topfavoriten Virgilius Alekna (Litauen) und Gerd Kanter (Estland). Alekna hatte einen ungültigen ersten Versuch und übertraf auch im zweiten Versuch die geforderte Qualifikationsnorm nicht, sein Diskus landete bei 63,70m. In der Endabrechnung hätte diese Weite zwar gereicht (man benötigte für den 12. Platz 62,68m), aber Alekna ging auf Nummer sicher und warf im dritten Versuch 66,54m.

Noch spannender machte es der Weltjahresbeste Gerd Kanter. Er wäre nach seinen beiden ersten Versuchen, welche beide deutlich diesseits der 60m landeten, ganz klar gescheitert. War das der alte Gerd Kanter der Jahre 2003/2004, der zwar gute Weiten auf Segelwiesen erzielte, bei den Meisterschaften aber in der Qualifikation auszuscheiden pflegte?
Nein, der Este erzielte im letzten Versuch 67,45m, die beste Weite der Qualifikation.

Neben Harting, Alekna und Kanter übertraf lediglich der Niederländer Rutger Smith wohl mit gehöriger Wut im Bauch (nachdem er im Kugelstoßen am Samstag unglücklicher Vierter wurde) die 66m und stellte mit 66,60m sogar eine neue persönliche Bestleistung auf.

Enttäuschend lief die Qualifikation für die US-Amerikaner. Michael Robertson (60,39m), Jarred Rome (61,87m) und Ian Waltz (62,67m) scheiterten allesamt, wobei Waltz allerdings nur ein winziger Zentimeter fehlte.
Hieran sieht man jedoch auch mal wieder, dass man gerade im Diskuswerfen den Weltjahresbestenlisten nicht trauen darf, da dort oftmals Athleten mit stark windunterstützen Leistungen auf Plätzen stehen, welche ihrem Leistungsvermögen eigentlich nicht entsprechen. Rome erzielte dieses Jahr bereits 68,37m (Platz 3), Waltz 67,98m (Platz 5).

Im Finale der besten 12 hätte man zudem den Neu-Finnen und gebürtigen Südafrikaner Frantz Kruger erwartet, der dieses Jahr schon mit 66,76m verzeichnet stand, auch die 70m bereits übertraf, in der Qualifikation aber lediglich auf enttäuschende 60,72m kam.

Der zweite gemeldete deutsche Werfer, der zweifache WM-Bronzemedaillengewinner Michael Möllenbeck, musste einen Tag vor der Qualifikation leider verletzungsbedingt absagen.

Genauso wenig Probleme wie Robert Harting hatten die beiden deutschen Kugelstoßdamen. 18,35m waren gefordert und sowohl Nadine Kleinert (19,17m) als auch Petra Lammert (18,72m) übertrafen diese Weite gleich im ersten Versuch.
18,23m reichten letztendlich, wobei diese Weite, die für den letzten Finalplatz reichte, ausgerechnet von einer der Topfavoritinnen erzielt wurde, der Weißrussin Nadzeya Ostapchuk. Sie führt die Weltjahresbestenliste mit 20,34m, lediglich Petra Lammert (20,04m) und die Qualifikationsbeste Valerie Vili aus Neuseeland (20,03m – heute 19,45 in der Quali) übertrafen 2007 bereits die 20m-Marke.

Die Kugelstoßkonkurrenz der Damen findet heute um 12.45 Uhr unserer Zeit statt. Robert Harting steigt Dienstag wieder in den Ring.

ET
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