Am Samstag, dem 21.04.2007 ist Parry O’Brien, einer der stilprägendsten und erfolgreichsten Kugelstoßer aller Zeiten, gestorben. O’Brien wurde 75 Jahre alt und starb bei einem Senioren-Schwimmwettkampf an einem Herzinfarkt.

Der US-Amerikaner revolutionierte die Kugelstoßtechnik, als er 1951 begann, mit dem Rücken zur Stoßrichtung zu beginnen und nach einer Angleitbewegung und 180-Grad-Drehung die Kugel auszustoßen. O’Brien war nicht der erste, der mit dieser Art zu stoßen experimentierte, aber er war es, der durch seine bahnbrechenden Erfolge dieser Technik zum Durchbruch verhalf, welche von einigen als “Angleiten” bzw. “Glide” bezeichnet wurde, welcher andere aber auch den Namen des Athleten gaben: O’Brien-Technik. Fast jeder Schüler wird sich im Schulunterricht mit mehr oder weniger großem Erfolg an dieser Technik probiert haben.

Parry O’Brien stellte zwischen 1953 und 1959 12 Freiluft-Weltrekorde auf. Sein erster Weltrekord 1953 übertraf eine magische Grenze: er erzielte als erster Athlet 18m. Auch die 19m übertraf O’Brien als erster im September 1956.
Zwischen 1952 und 1956 gewann er unglaubliche 116 Wettkämpfe in Folge.

Zwischenzeitlich hatte Parry O’Brien zweimal Gold bei den Olympischen Spielen 1952 und 1956 gewonnen. Seinen letzten Weltrekord erzielte er 1959 mit 19,30m, wenngleich er sich im Jahre 1966 noch einmal auf 19,66m steigern konnte. In der Zwischenzeit hatten jedoch andere Athleten bereits den Weltrekord weiter voran getrieben (1965 erzielte Randy Matson 21,51m) und auch O’Brien’s größtes Ziel zerstört, nämlich als erster Mensch mit der Kugel die 20m zu erreichen.
1960 gewann O’Brien aber noch mal Silber bei den Olympischen Spielen und belegte 1964 noch einmal den vierten Platz.

Trotz seiner Erfolge war Parry O’Brien bei seinen Sportskollegen sehr unbeliebt, so dass amerikanische Leichtathleten vor den Olympischen Spielen 1964 gar eine Resolution einreichten, dass O’Brien aufgrund unkameradschaftlichen Verhaltens aus dem Olympiateam für Tokio entfernt werden sollte. Dieser wurde jedoch mitgenommen und durfte sogar die Fahne des amerikanischen Teams tragen.

Als Senior verschrieb sich Parry O’Brien noch einmal dem Kugelstoßen und nahm erfolgreich an Seniorenwettkämpfen teil, ehe er eine dritte sportliche Karriere als Schwimmer startete.

Rest in Peace – Parry O’Brien!