Zum dritten Mal innerhalb eines Jahres war ich nun live beim Wrestling, diesmal in Begleitung von Highlander-Thomas. Wir besuchten den zweiten Tag des EWP Christmas Wrestling in Hannover. Um es vorwegzunehmen, es war ein sehr netter und unterhaltsamer Abend, die drei Stunden vergingen wie im Fluge. Die Wrestler lieferten eine klasse Show und exzellenten Sport, aber auch das ganze Drumherum sollte man einmal erlebt haben. Wer interessante Menschen beobachten möchte, der gehe einfach mal zum Wrestling… und ich rede jetzt explizit NICHT von den Wrestler!

Einziger Negativpunkt der gesamten Geschichte: to-be-strong-Wrestler Patrick Schulz, ansonsten in hannover Stammgast, konnte dieses Mal leider nicht antreten. Da dies aber im Vorfeld bekannt war, fiel die Enttäuschung dann doch etwas geringer aus. Vermisst habe ich im Publikum jedoch die lautstarken weiblichen “Handsome Patrick”-Fans, die uns bei den vergangenen Veranstaltungen aufflielen.

Eine solche Veranstaltung beginnt immer mit dem Einmarsch und der Vorstellung der Athleten. “Wildcat” Robby Brookside nutze die Gunst der Stunde, um seinem Kontrahenten im Hauptkampf – Ecki Eckstein aus Deutschland – einen mit seinem Intercontinental Champion-Gürtel überzubraten.

Uns fiel jetzt auch erstmals das laute Geschrei des Typen zwei Reihen vor uns auf.

Erster Kampf: Leon van Gasteren (Holland) – Michael Kovac (Österreich):

Was auffiel: der kleine Holländer scheint deutlich an Muskelmasse am Oberkörperbereich zugelegt zu haben, zumindest meine ich, dass er bei den letzten beiden Veranstaltungen noch deutlich schlanker war.
Nach einem bedächtigen Hin und Her zu Beginn des Kampfes entwickelte sich ein äußerst guter Kampf mit spektakulären Techniken. Van Gasteren war mit Abstand der beste Techniker des ganzen Abends, doch Kovac hielt gegen und gewann die Oberhand, auch er – den ich zum ersten Mal sah – hat ein reichliches Repertoire an Techniken, die dem Holländer doch böse zu denken gaben.

Den Kollegen in Reihe 4, auf Platz 12 hielt es nicht mehr auf seinem Sitz. Immer wieder sprang er auf, und feuerte den beim Publikum unbeliebteren Kovac an. Wie sich herausstellte, bezog sich sein ” Come on, Baby!” und “Mach ihn fertig, Baby!” allerdings nicht auf eine engere Beziehung zwischen den beiden. Als “Baby” wurde jeweils der “Heel” (dazu in Kürze mehr) bezeichnet.
Mein linker Nachbar – ich kannte ihn vorher nicht – meinte dazu nur: “Das geht jetzt den ganzen Abend so. Ich saß letzte Woche in Hamburg (oder Bremen – weiß nicht mehr genau) auch hinter dem Idioten.”

Nach knapp über 19 Minuten des auf 20 Minuten angesetzten Kampfes gelang es dann ziemlich überraschend van Gasteren doch noch, Kovac zu pinnen und den Kampf zu gewinnen.

Zweiter Kampf: Pierre le Presté gegen Thunder

Der junge Rookie aus Hamburg mag es mir verzeihen, dass ich (ich gehe davon aus) seinen Namen falsch schreibe, aber trotz Internetrecherche habe ich den Namen nicht herausgefunden.

Nun ja, zum Kampf… Thunder ist eine imposante Erscheinung. Seine etwa 115kg durchtrainierte Muskelmasse sind nicht nur optisch ein absoluter Hingucker. Es steckt auch gewaltige Power dahinter. Pierre gelang es zwar einmal, Thunder zu überraschen und ihn aus dem Ring zu schicken, wofür er aber als Revanche in die Stühle musste.
Klarer kann ein Kampf nicht ausgehen, nach 4 Minuten und 28 Sekunden verließ Thunder den Ring als Sieger. Sein junger Gegner sollte in der Zukunft auf jeden Fall versuchen, noch mehr Muskeln aufzubauen… Tipps finden sich unter anderem hier im Blog! ^^ Der Start als Rookie jedenfalls ist hart!

Dritter Kampf: Tag Teams -> Doug Williams + Raven gegen Joe Legend + Cannonball Grizzly

Ohne Zweifel, Grizzly und Legend sind zwei der beliebtesten Wrestler in Deutschland und die Sympatien des Publikums waren ganz klar auf ihrer Seite… lediglich der Schreihals aus Reihe 4 hielt als einer der wenigen gegen. Der Nachbar zu meiner linken hatte sich übrigens schon verzogen und einen anderen Platz gesucht. Zu nervig wurde ihm das ständige Aufspringen und Arme-in-die-Luft-Strecken des Wrestling-Maniacs….

Der Kampf war sehr unterhaltsam. Viel einstecken musste inbesondere bei unfairen Aktionen der Gegner Joe Legend. Letztendlich pinnte jedoch der 170-Kilo-Mann Grizzly Doug Williams.
Während die Sieger unter dem Jubel der meisten Zuschauer die Halle verließen (lediglich der Typ in Reihe 4 sah sehr niedergeschlagen aus und ließ die Schultern hängen), eskalierte die Situation im Ring.
Raven und Williams gerieten aneinander – der Beginn einer neuen fehde, die beim nächsten Besuch des US-Stars Raven in Deutschland fortgesetzt werden soll.

Es gab eine viertelstündige Pause (welche allerdings dann doch etwas länger war), bevor es mit zwei weiteren spannenden Kämpfen weiterging. Wann es hier weitergeht, das entscheiden die anfallenden Fressereien zu Weihnachten!

Vierter Kampf: Dirty Dan Collins gegen Eric Schwarz

Nach der Pause ging es weiter mit Patrick’s langjährigem Tag-Team Partner Eric Schwarz gegen Dirty Dan Collins. Zu Beginn beherrschte Collins mit einigen dreckigen Tricks, nach einiger Zeit wurde der Kampf ausgeglichener, beide schickten ihre Gegner aus dem Ring. Nach 12 Minuten und 19 Sekunden pinnte Collins seinen Gegner, hatte dabei aber verbotenerweise die Füße auf den Seilen, was der Ringrichter aber nicht sah.

Fünfter Kampf: Kampf um den Intercontinental Championship Titel zwischen Christian “Ecki” Eckstein und “Wildcat” Robby Brookside

Dieser Kampf war auf 12 Runden zu 3 Minuten angesetzt. Zuerst zog Ecki Eckstein ein – warum die Fahne mit Leon Van Gasteren aber unbedingt ein Holländer tragen musste, das blieb unklar. Robby Brookside marschierte zusammen mit Dirty Dan Collins ein, wobei ihm seine eigene Einmarschmusik so gut gefiel, dass er gleich noch einmal rauslief und verlangte, sie solle nochmal gespielt werden…

Die erste Runde verlief ausgeglichen, in der zweiten Runde bedand sich Eckstein fast ausschließlich in Haltegriffen und musste aufs Knie gerichtete Aktionen von Brookside ertragen.

Auch unser Freund aus Reihe 4 war wieder da. Er trug sein wallendes Haar nun offen und hatte einen schicken Mantel an. Alleine er war sein Eintrittsgeld wert. Wer weiß, vielleicht wurde er ja von den Veranstaltern bezahlt. icon smile EWP Christmas Wrestling am 23.12.1007 in Hannover   ein lustiger Abend
Wie immer war er auch dieses Mal wieder auf der Seite des Heels (Brookside), wobei man sagen muss, dass die Sympatien in diesem Kampf doch recht ausgeglichen verteilt waren.
Unser Freund schrie sich wieder die Seele aus dem Leib: “Deutschland ist ein Scheußland!” “Deutschland ist ein Arschland!” “England… stand up, Baby!” Die Aufregung in den hinteren Reihen über sein ständiges Aufspringen und SIchtversperren hatte sich gelegt, vielmehr wurden seine Aktionen mit einem vielstimmigen Lachen beantwortet.

In der dritten Runde geriet dann Brookside immer mehr in Bedrängnis… Nicht unkommentiert lassen möchte ich die Gruppe männlicher Groupies am Eingang, ca. ein Dutzend im Alter von etwa 16-18 Jahren. Da kann man auch erkennen, dass es Fans gibt, die das Ganze dann doch viel ernster sehen, als wir das getan haben.

Obwohl Brookside das Publikum beschimpft, so hat er doch weiterhin viele Fans. In der vierten Runde befindet er sich wieder des öfteren in Haltegriffen, tritt am Ende der Runde Eckstein aber böse in den Rücken. Die “deutsche Rakete” wird aber von der Ringglocke gerettet. Beide sind schon sehr fertig.

Runde 5 geht Brooksides Vormarsch weiter. “Brookside – break his neck!” schallt es aus Reihe 4 und ich bin mir sicher, dass dieser Typ es mit Genuß aufnehmen würde, wenn sich hier wirklich jemand den Hals brechen würde! Das fettige Haar wurde inzwischen übrigens wieder gezähmt.
Eckstein versucht eine Aktion vom obersten Seil, springt aber vorbei und muss weitere Aktionen gegen seinen Rücken gegen sich ergehen lassen.

Brookside kann das Ende der Pause gar nicht erwarten und beginnt bereits vor der Glocke wieder damit, Ecksteins Rücken zu bearbeiten. Eckstein muss den Ring verlassen und wird draußen von Dirty Dan Collins bearbeitet. In Haltegriffen wird er mehrmals gefragt: “Eckstein, geben sie auf?” “NEIN!”
Dreckiges Lachen 2 Reihen vor uns.
Am ENde der Runde greift wiederum Dirty Dan Collins ein.

Runde 7 beginnt wieder mit Schlägen auf Ecksteins Rücken, er wird auch mehrere Male unsanft in die Ringecke geschleudert. Als die Gelegenheit günstig erscheint, bekommt auch Dirty Dan Collins mal was ab und geht ko und nach 25 Minuten und 5 Sekunden rollt Eckstein seinen Gegner ein und siegt dann doch etwas überraschend.

Eckstein ist Sieger, aber Brookside und Collins verlassen den Ring, wobei Collins den Gürtel mitgehen lässt. AUf dem Weg nach draußen zeigt Brookside den Zuschauern dann seinen schwarzen String. Toll!
In Reihe 4 herrscht Niedergeschlagenheit. Ein Kind, welches vergeblich auf den Weihnachtsmann gewartet hat, könnte nicht trauriger sein.
Eckstein beswchimpft noch ein bisschen die beiden “feigen Inselaffen” und fordert Dirty Dan Collins heraus… was aller Voraussicht nach am 5. April stattfinden wird, wenn das nächste Mal eine EWP-Veranstaltung in Hannover stattfindet.

Insgesamt ein unterhaltsamer Abend. Ich hoffe ich konnte mal anschaulich darstellen, wie es bei einer solchen Veranstaltung zugeht. Vielleicht fahren wir nächstes Mal ja mit einer größeren Gruppe.

In Kürze wird dieser Beitrag noch durch ein paar Fotos ergänzt, die in den Beitrag eingefügt werden! Einfach noch mal reinschauen!

ET
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