1. Internationale Highlandgames in Kamen… Lange im Vorfeld habe ich mich darauf gefreut. Zum einen weil unsere Freunde vom Clan Ironforge diesen Wettkampf organisieren sollten… und wer Alex und seine Jungs kennt der weiß, dass da keine halben Sachen gemacht werden. Zum anderen hatten die Jungs es geschafft, einige Athleten der internationalen Spitzenklasse an den Start zu bringen, darunter den amtierenden Weltmeister von 2010, Larry Brock!

Der Tag begann schon mit Gratulationen! Mein Mitfahrer und Vorzeigemannschaftsathlet Patrick Granzow sollte nicht nur sein Debut bei den B-Heavies geben, nein, es war auch sein 25. Geburtstag, den wir mit ihm zusammen auf der Wiese verbringen durften.

Das B-Heavy-Feld war mit 13 Athleten nicht nur zahlenmäßig stark besetzt. Es waren unter anderem die ersten drei des Wettkampfes vor zwei Wochen in Prießnitz am Start, Martin Tim Kuhne, Christian Roggisch und ich. Wie viele Athleten nachher sagten, wohl das stärkste B-Heavy-Feld, was in Deutschland so bisher auf dem Platz stand.

Wir begannen mit dem Gewichtsweitwurf (Weight for Distance). Mit meiner Leistung von 14,96m konnte ich nicht zufrieden sein, das ging beim Training zuletzt schon deutlich weiter. Es gewann Alexander Lindner vor Christian Roggisch, ich wurde Dritter. Von der Platzierung her ok! Patrick erzielte ein respektables Ergebnis, lotete seine Möglichkeiten mit 13,80m gut aus und kam auf Platz neun.

Weiter ging es mit dem Steinstoßen. Seit mehreren Wochen nicht trainiert wegen Problemen mit der Hand und prompt auf dem in dieser Disziplin für mich ungewohnten zweiten Platz hinter Stefan Welsch (12,77m zu 12,60m). Stefan kommt aus dem Rasenkraftsport, ist dort hoch dekoriert und sollte, obwohl von der Statur her mit der schlankste Athlet, ein gewaltiges Wörtchen bei den vorderen Plätzen mitreden. Patrick spielte seine Stärke hier aus, die unzähligen Trainingseinheiten den Winter über machten sich bezahlt, er kam auf 10,97m und belegte damit Platz drei vor Martin Kuhne, der einen Zentimeter weniger hatte.

Hammerwerfen als Drittes, meine schwächste Disziplin bei den bisherigen Wettkämpfen. Wieder lag Stefan vorne, diesmal vor Christian und dem bärenstarken Modellathleten Axel Arnsberg. Aber: anders als beispielsweise im Kempen vor drei Wochen, als ich in dieser Disziplin mit knapp unter 23m den letzten Platz belegte und damit den Gesamtsieg verschenkte, konnte ich meine derzeitigen Möglichkeiten voll ausschöpfen und kam auf auf eine neue persönliche Bestleistung von 26,92m, was Platz 6 bedeuten sollte. Damit konnte ich es vermeiden, wertvolle Punkte zu verlieren. Patrick steigerte sich von Versuch zu Versuch und belegte mit 25,30m Platz neun. Das war viel besser, als das Training es vermuten ließ.

Gewichtshochwurf (Weight over Bar). Der Wettkampf begann für Patrick mit einer Enttäuschung, er hatte sich mehr ausgerechnet als die 3,60m, die es letztendlich wurden (und damit Platz 13). Leider ist es im Mehrkampf oft so, man muss 5 Disziplinen zusammen bringen und manchmal fällt da eine ganz aus der Rolle. Ich kenne das sehr gut, siehe den Hammerwurf in Kempen. Auch was das Hochwerfen angeht habe ich da in meiner Debutsaison 2009 Erfahrungen sammeln können. 3,60m im ersten Wettkampf, im zweiten Wettkampf riss ich diese als Einstiegshöhe sogar und verspielte damit einen Podiumsplatz. Aber: bei Patrick war es ein technischer Fehler, der abzustellen ist. Blöd wär’s gewesen, wenn das Gewicht mal vorn und mal hinten geflogen wäre. Es fehlte einfach die Bogenspannung beim Abwurf, das Gewicht flog gerade hoch und kam genau dort auch wieder runter.
Für mich hingegen lief es perfekt. Zwar konnte ich meine bärenstarken Vereinskollegen aus Nettetal, Marijan Katrusa und Michael Friem, nicht folgen, beide kamen auf 4,65m. Wie schon in Kempen kam ich aber auch hier auf 4,50m und schaffte zudem fast jede Höhe im ersten Versuch, was später bei der Punktevergabe mit entscheidet.

Es folgte unsere letzte Disziplin, der Baumstammüberschlag (Caber). Hier nun spürte ich meine Handverletzung… und es machte keinen Spaß. Im zweiten Versuch schaffte ich den so genannten Qualifikationscaber, mit dem man in die nächste Runde kommt. 5 weitere Athleten schafften dies.
Mit dem schwereren Baum ging es dann in die nächste Runde. Martin Kuhne drehte ihn als erster (“ich brauche die Punkte”), Axel Arnsberg machte es ihm nach, legte den Baum aber noch gerader und gewann so den Wettkampf. Meine drei Versuche waren gut, langten aber nicht ganz für den Überschlag und ich durfte diese Versuche mit starken Schmerzen in der Hand bezahlen. Hinter Harry Bergsma aus Holland kam ich aber auf den vierten Platz, was weitere wichtige Punkte brachte.

Es begann das laaaaaange Warten auf die Siegerehrung. Die Damen waren recht flott durch gewesen, sie waren deutlich weniger. Das Feld der A-Heavies war aber riesig. 20 Athleten… und diese mussten 8 Disziplinen absolvieren. Es war allerdings sehr interessant, Sportler wie Larry Brock und Jason Young live in Action zu sehen (ein paar Fotos wird es noch geben -> Facebook).
Zusammen mit den anderen Athleten rechneten wir im Kopf mal durch wie es denn ausgehen müsste und eigentlich war ich mir sicher, dass die Top 3 wiederum die drei ersten aus Prießnitz sein müssten, Martin, Christian und ich. Eigentlich müsste ich es aber geschafft haben, da ich zwar keinen Disziplinsieg einfahren konnte, mich aber in jeder Disziplin im Vorderfeld platzierte und nur beim Hammer ins Mittelfeld rutschte. Alle anderen hatten irgendwo gepatzt.

Das Ergebnis war dann auch folgendes:

1. Torsten Hülsemann 52 Punkte
2. Christian Roggisch 46 Punkte
3. Martin Tim Kuhne 45 Punkte
4. Stefan Welsch 44 Punkte
5. Marijan Katrusa 42 Punkte
6. Axel Arnsberg 40 Punkte
7. Lauro Gruda 32,5 Punkte
8. Michael Friem 30 Punkte
9. Wybe Zeilstra 29 Punkte
10. Alexander Lindner 28,5 Punkte
11. Harry Bergsma 27 Punkte
12. Patrick Granzow 25 Punkte
13. Giys Nijhof 14 Punkte

Der Abstand auf den Zweiten war dann nachher doch größer als gedacht, ich hatte mit etwa 2 Punkten gerechnet. Aber so ist’s natürlich auch ok. icon smile Einzelsieg bei den Highlandgames in Kamen
Nett noch die Anmerkung von Alex Lindner, der bei der Siegerehrung sinngemäß bemerkte, dass er es nicht gewohnt sei, so einen drauf zu bekommen. Es war wirklich ein starker Wettkampf und ich konnte mich auch nur durchsetzen, weil ich dieses Mal ohne Schwächen durch kam!

Die Ergebnisse der Damen (hier gewann erwartungsgemäß Michaela Pennekamp) und den A-Heavies (Larry Brock vor Jason Young) habe ich leider nicht vorliegen. Bei den A-Heavies schlug sich Peter Sjoerds aber mehr als wacker. Niemand hätte vorher wohl damit gerechnet, dass er in diesem Hammerfeld mehr als die Hälfte seiner Konkurrenten hinter sich lassen sollte. Platz 10 ist aller Ehren wert.

Ein toller Tag, an den ich sicher noch lange mit Freuden zurückdenken werde! Heute die Mannschaftsevents, diesmal aber mit mir nur als Zuschauer, Fan, Mannschaftsbetreuer, Fotograf und evt. Kampfrichter.

Der nächste Einzelwettkampf für mich dann aller Voraussicht nach in drei Wochen in Fürstenwalde.

Torsten
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