Bei der U20-WM der Leichtathleten in Bydgoszcz (Polen) gewann David Storl die Goldmedaille im Kugelstoßen, Gordon Wolf machte es ihm nach und gewann überraschenderweise mit dem Diskus. Beide zeigten sich dabei sehr nervenstark.

Storl übernahme erst im fünften Durchgang die Führung, er stieß 20,31m und löste den bis dahin Führenden Kroaten Marin Premeru (19,93m) ab. Im letzten Durchgang war es aber dann der Russe Alexandr Bulanov, der neben Storl mit 20,14m als einziger die 20m übertraf und ihm noch einmal sehr nahe kam. Storl stand bereits als Sieger fest, als er zum sechsten und letzten Mal in den Ring stieg. Obwohl jeglichen Drucks befreit verstand es Storl, sich noch einmal zu konzentrieren, die Kugel schlug erst nach 21,08m ein. Er verbesserte damit den Deutschen Jugendrekord von Udo Beyer (21,03m) aus dem Jahre 1973m, welcher diese Leistung damals allerdings noch mit der 6,25kg-Kugel stieß. Vor einigen Jahren wurde das Gewicht auf 6kg reduziert. Udo Beyer war in der Folge Olympiasieger, Europameister, mehrfacher Weltrekordhalter und bestimmte Ende der 70er-/Anfang der 80er-Jahre die internationale Kugelstoßwelt. Ein gutes Omen für Storl?

Überraschender als für David Storl (lag vorher an zweiter Stelle der Weltjahresbestenliste knapp hinter dem Russen Bulanov und hat jetzt die Führung übernommen) kam die Goldmedaille für Gordon Wolf doch sehr überraschend. Er lag mit 61,79m vor der Junioren-WM auf dem sechsten Platz der Weltbestenliste und vor allem das ukrainische Wunderkind Mykyta Nesterenko war weit weg: 70,13m mit dem 1,75kg-Diskus und 65,31m mit dem Männerdiskus – beides in seinem Alter noch nicht erreicht.
Im Wettkampf (mit 1,75kg) kam es dann jedoch ganz anders. Nesterenko warf im zweiten Durchgang 61,01m und ging damit in Führung. Im vierten Durchgang aber gelang Wolf der bis dato weiteste Wurf seiner Karriere, er verbesserte seine Bestleistung um 3cm auf 61,82m. Weitere 3cm legte dann aber auch Marin Premeru – schon Dritter im Kugelstoßen – zu und übernahm seinerseits mit 61,85m die Führung. Wolf konterte jedoch umgehend und übernahm mit neuer Bestleistung von 62,00m wieder die Spitzenposition. Nesterenko zeigte Nerven, konnte sich nicht mehr verbessern und wurde nur Dritter.

ET
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