3 Tage Hamburg – im Nachhinein sind wir überrascht, was man in drei Tagen so alles unternehmen kann…

Am Wochenende standen für mich die Norddeutschen Meisterschaften der Altersklasse M30 an. Für mich war es der erste Start in dieser Altersklasse bei Norddeutschen Meisterschaften und als Meldebester sowohl mit der Kugel als auch mit dem Diskus hatte ich mir 2 Wochen nach den Landesmeistertiteln in derselben Altersklasse natürlich auch hier den Gewinn der Titel vorgenommen.

Für Stirnrunzeln sorgte jedoch der Zeitplan. Samstag Diskus und Sonntag Kugel? Da hatte aber jemand nicht mitgedacht. Es ist bei regionalen Meisterschaften – egal ob Bezirk, Land oder was auch immer – eigentlich üblich, beide Disziplinen am selben Tag durchzuführen, da die Zahl der Doppelstarter aufgrund der starken Verwandheit beider Disziplinen verdammt groß ist. Na ja, ändern konnte man es sowieso nicht, also blieb fast nichts anderes übrig, als in Hamburg zu übernachten. Da es aber Schlimmeres gibt, als sich Deutschlands zweitgrößte Stadt mal ausführlicher anzuschauen, haben wir aus den zwei Tagen dann gleich drei gemacht.

Freitag stand nach dem Einchecken im Hotel (an der Reeperbahn) der Besuch des Miniaturwunderlandes an. Ich habe schon viel über diese riesige Modelleisenbahn gehört, gelesen und gesehen und muss sagen, dass sich der Besuch definitiv lohnt. Man muss kein Eisenbahnfreund sein, um dort auf seine Kosten zu kommen. Ein bisschen erstaunt war ich über mich selber, denn es waren nicht die Züge, die mich am meisten faszinierten. Vielmehr waren es die Detailverliebtheit und auch die kleinen eingebauten Scherze der Betreiber. So fiel mir beispielsweise bei genauerem Hinsehen auf, dass auf einem Bahnhof im Bereich Skandinavien zwischen den Personen einige Pinguine stehen mit einem kleinen Eisbären an der Leine. Oder der Polizist zusammen mit vielen Kühen auf der Weide, was das wohl bedeuten sollte? ^^ Oder Area 51 in den USA, in einem Raum sitzen die Aliens, unter ihnen eine Menschenfigur in bayrischer Nationaltracht und mit Bierkrug, hehe.
Je mehr man schaute, desto mehr entdeckte man. Wir hätten noch Stunden weiter schauen können, aber zum einen wollte ich vor den Wettkämpfen nicht zuviel laufen, zudem stand für uns abends dann der nächste Programmpunkt an…

Die weibliche Hälfte unserer Familie wünschte sich schon lange einen Besuch beim ABBA-Musical Mama Mia. Wir hatten frühzeitig Karten gebucht, als wir von den Terminen der Wettkämpfe in Hamburg erfuhren. Ich war ein wenig skeptisch: ABBA? Ok, aber auf deutsch? Als Musical? Aber wenn die bessere Hälfte schon zu fast allen Wettkämpfen mitfährt – und das sind etliche im Verlaufe eines Jahres, dann will man auch nicht den Spielverderber spielen.
Letztendlich war es dann aber auch viel besser als ich erwartet hatte. Meiner Frau hat es sowieso super gefallen, aber auch ich habe den Besuch nicht bereut.
Auf dem Heimweg über die Reeperbahn, wobei sich uns der eigentliche Reiz dieser so berühmten Sündenmeile aber irgendwie zu entziehen versuchte.

Samstag stand am späten Nachmittag das Diskuswerfen an. Was macht man vorher? Natürlich nicht allzu viel laufen, also haben wir uns für eine Stadtrundfahrt mit nem Doppeldeckerbus entschieden. Kurz gesagt: eine schöne und entspannende Möglichkeit, sich die Stadt anzusehen.

Wir waren dann auch frühzeitig auf der Anlage um zu erfahren, dass man mit dem Zeitplan etwa eine Stunde im Hintertreffen ist. Also noch länger Rumsitzen. Kurz vor dem eigentlichen Wettkampfzeitpunkt wurden wir dann ausgerufen, wir sollten uns zusammen mit zwei der älteren Altersklassen auf dem Nebenplatz einfinden und dort werfen. Streß! Wie auch meine Konkurrenten hatte ich mich noch nicht aufgewärmt. Also schnell rüber und aufgewärmt. Dann waren aber doch erst die noch ein paar Jahre älteren Männer dran und wir mussten warten. Das war natürlich nicht gerade förderlich, noch einmal eine Dreiviertelstunde zu warten.

Das Einwerfen nach der Pause dann ein Graus, von den ersten vier Versuchen nur einmal den Sektor getroffen. Zwei Würfe gingen rechts ins Netz, einer links aus dem Sektor. In der Häufigkeit passiert mir sowas sonst nie. Den eigentlichen Wettkampf begann ich mit 39,57m, was bereits eine kleiner Erleichterung war, da das letzte Training vor dem Wettkampf sehr gruselig verlief. Es gelang mir dabei nicht, meine Würfe im Ring zu halten, ein ungültiger Versuch folgte dem Nächsten.
Nach 37,61m und 39,47m steigerte ich mich im vierten Versuch auf 39,93m und im fünften auf 40,23m. Der sechste und letzte Versuch war leider ungültig.
Auch wenn die 40,23m meinen eigenen Ansprüchen nicht genügten, so freute ich mich doch, zum ersten Mal einen Norddeutschen Meistertitel gewonnen zu haben.

Das Ergebnis:

Diskuswurf Sen. M30 2 kg 23.06.2007 Finale

1. und Seniorenmeister
Hülsemann, Torsten 1976 NI MTV Messenkamp 40,23m
39,57 37,61 39,47 39,93 40,23 x
2. Stuhr, Andreas 1975 HH Hamburger Sportverein 33,88m
33,46 33,44 31,40 31,90 x 33,88
3. Suer, Holger 1973 NI LG Braunschweig 30,68m
30,68 28,09 28,97 x x x

Nach der Siegerehrung, welche erfreulicherweise schon kurz nach dem Wettkampf stattfand, gingen wir ins Planetarium, wir hatten uns Karten bestellt für den Abend ohne zu wissen, dass dieses sich weniger als 100m von den Sportanlagen entfernt befinden würde. Na ja, man muss auch mal Glück haben… wobei wir von der Veranstaltung nicht so überzeugt waren. Ok, haben das mal gesehen und wissen, dass es unser Geschmack nicht ist.

Auch nicht ganz unser Geschmack war die Rückfahrt. Würde man unsere Rückfahrroute auf einer Karte einzeichnen, man könnte für allgemeine Erheiterung sorgen, hehe.

Auch Sonntag stand der Kugelstoßwettkampf erst nachmittags an, so dass wir vormittags die geplante Hafenrundfahrt in Angriff nehmen konnten, das Wetter spielte glücklicherweise mit. Ich glaube aber, da brauche ich niemandem groß was zu erzählen, wer nach Hamburg kommt, der sollte die Schiffrundfahrt durch Europas zweitgrößten Hafen eigentlich mit auf der Liste haben.

Der Kugelstoßwettkampf war dann allerdings mit einem Dämpfer für mich verbunden. Seit den Landesmeisterschaften in Salzgitter vor zwei Wochen plagen mich Schmerzen an Zeige- und Mittelfinger der Stoßhand und haben ein Kugelstoßtraining seitdem verhindert. Zweimal versucht, zweimal abgebrochen. Ich dachte eigentlich, dass unter Wettkampfbedingungen durch die Einwirkung des Adrenalins die Schmerzen nicht so stark auftreten würden, aber da habe ich mich geschnitten.

So kam dann auch ein äußerst enttäuschendes Resultat zustande, nämlich lediglich 13,64m.

Das Ergebnis:

Kugelstoss Sen. M30 7.26 kg 24.06.2007 Finale

1. und Seniorenmeister
Hülsemann, Torsten 1976 NI MTV Messenkamp 13,64 m
13,33 13,42 13,64 x 13,42 x
2. Schwerin, J¸rgen 1976 HH Buxtehuder SV 11,95 m
11,51 11,86 11,95 11,80 11,55 x
3. Stuhr, Andreas 1975 HH Hamburger Sportverein 11,74 m
10,74 11,23 11,09 11,74 11,56 11,47

Da meine Konkurrenten es gut mit mir meinten, beide wuchsen nicht über sich hinaus und blieben vielmehr ebenfalls deutlich hinter ihren Meldeleistungen zurück, gewann ich auch hier den Nordtitel.

Auch wenn ich organisatorisch nicht alles so toll fand bei dieser Meisterschaft, so haben mich die äußerst freundlichen Kampfrichter doch positiv überrascht. Wer hat denn dieses Vorurteil der kühlen Norddeutschen in die Welt gesetzt? Für dier Hamburger die ich kennenlernen durfte gilt das jedenfalls nicht!

Wenngleich es sportlich nicht ganz so lief wie ich es mir gewünscht hätte, insgesamt ein sehr nettes Wochenende in Hamburg! Wie sagte doch sinngemäß ein Fußballtitan: Gewinnen und Mund abwischen…

Einj großer Dank an meinen Verein MTV Messenkamp, der durch eine kleine finanzielle Spritze einen Teil der Reisekosten getragen hat.

ET
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